Arbeitsweise
Mein Anspruch an mein keramisches Schaffen ist ein künstlerischer. Reiche Anregung zu den besonderen Formen und zur Oberflächen-Varianz meiner Artefakte gewinne ich aus der belebten und unbelebten Natur. Deshalb zeichnen sich meine Kunstwerke sowohl durch fliessende wie kantige, harmonische wie sperrige, elegante wie archaische, lebhafte wie ruhige Gestaltung aus. Wahl der Tonsorte, Verformungen während des Herstellungsprozesses, expressive Abdrucke und Farbgebungen führen zu einzigartigen, teilweise narrativen und immer ausdrucksstarken Ergebnissen.
Naturbrände sind immer Unikate, da die Gesamtwirkung der verschiedenen Faktoren wie die von mir verwendeten Veredelungsstoffe, das Brennmaterial, die Lage der Objekte im offenen Feuer, die Rauchentwicklung sowie Lufttemperatur, Feuchtigkeit, Wind und Wetter immer einzigartige Ergebnisse hervorbringen.
Porzellanarbeiten verbinden die elegante Kühle dieses edlen Materials mit der Kraft meines unerschöpflichen Vorstellungsvermögens und überraschen den Betrachtenden mit unerwarteten visuellen und taktilen Erlebnissen.
Glasierte Arbeiten entziehe ich der gängigen Wahrnehmung, indem ich sie bis kurz vor dem Brand gestalterisch verfeinere. Ich arbeite nicht oft mit Glasuren, da diese dazu neigen, die ursprüngliche Textur und Haptik des Tons zu ver- oder überdecken und damit den Charakter des Materials dem unmittelbaren Betrachten entziehen, was bei manchen keramischen Arbeiten als Nachteil empfunden wird.
Ausdruckskeramik entsteht vor allem für Biennalen und Internationale Kunstwettbewerbe. Besonders reizvoll empfinde ich dabei die Auseinandersetzung mit einer vorgegebenen Themenstellung. Die damit verbundene Kanalisierung meiner Fantasie regt meine Experimentierfreude zusätzlich an.
Wandarbeiten, sogenannte «murals», erarbeite ich ausschliesslich mit meiner internationalen Keramikergruppe Diagonal11 in den von mir in geeigneten Keramikwerkstätten weltweit organisierten und durchgeführten Symposien. Es kommt vor, dass wir anstatt Wandarbeiten andere architektonische Gemeinschaftswerke kreieren, wenn dies dem Wunsch unseres jeweiligen Gastgebers entspricht.
Daneben arbeite ich intensiv an der Umsetzung von Projekten, zu denen ich im Verlauf von Studienreisen jeweils die Inspiration gewinne und welche meine Solitär-Kreationen ergänzen. Dabei beziehe ich gerne andere künstlerische Ausdrucksformen wie Assemblagen und Installationen sowie andere Gattungen der bildenden Kunst wie Holzbearbeitung und Fotografie mit ein. Im Zentrum meines künstlerischen Denkens und Arbeitens steht jedoch die Keramik.